Schöpfung bewahren im Sinne Gottes

15.09.2019 10:04 von Hans Menzinger

Sie kamen in kurzen oder etwas längeren Wanderungen oder aber bequem per Gondelbahn: Rund 10 000 Bergpilger, darunter viele Trachtenträger, wohnten bei herrlichem Spätsommerwetter dem Berggottesdienst am Großen Arber bei. Musikalisch erwartet wurden sie bei der Bergstation des Liftes von der „Tittlinger Tanzbodnmusi“, die sich dort postiert hatte und zur Begrüßung der Gäste aufspielte.

 

Zur 54. Arberkirchweih hieß Gauvorsitzender Andreas Tax im Namen des Bayerischen Waldgaues alle Kirchweihbesucher willkommen. Ein besonderer Gruß galt Pfarrer Bogdan Bogdanovski und Kaplan Sebastian Scherr von der Pfarrei St. Nikola in Landshut, die Mitglieder des Bayerischen Waldvereins mit ihrem Präsidenten Minister a. D. Helmut Brunner und den geschäftsführenden Vorsitzenden Georg Pletl, Landrätin Rita Röhrl, Bürgermeister Charly Bauer aus Bayerisch Eisenstein, Bergwacht Lam, Betriebsleiter Thomas Liebl von der Arber-Bergbahn und Walter Söldner vom Dreiflüssegau. Die Verantwortung für den festlichen, würdevollen Gottesdienst trug wieder Heinz Feigl, der zwar nicht anwesend sein konnte, aber alles vorbereitet hatte.

 

Betend hatte sich die Prozession der Trachtenvereine mit ihren Fahnen ab Bergstation in Richtung Arberkapelle in Bewegung gesetzt. Kurz nach ihrer Ankunft dort traf auch die Gruppe der Wallfahrer der Bergwacht Lam vom Nordhang her ein. Das Plateau vor dem Seegipfel und auch die umliegenden Felsen waren sehr stark belagert.

 

Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Bogdan Bogdanovski aus Bayerisch Eisenstein in Konzelebration mit Kaplan Sebastian Scherr zelebriert. Für die musikalische Gestaltung zeigten der „Eisensteiner Singkreis“ unter der Leitung von Ernst Kuchler, verantwortlich. In ihren Gesang der „Waldler-Messe“ stimmten die vielen Besucher der Bartholomäus-Kirchweih inniglich ein. 16 Fahnen und die Gaustandarte hatten sich links neben der kleinen Kapelle aufgereiht und hielten das Brauchtum aufrecht.

 

Kaplan Scherr dankte für die Einladung zur Arberkirchweih. „Willst du finden Gottes Spur, Wand’rer, schau in die Natur. Willst du etwas Größeres sehn, dann bleib vor einem Kreuzbild steh’n“, lauteten die einführenden Worte des Hauptzelebranten. „Wir sind auf den Berg gestiegen, um Gott näher zu sein, um den Schöpfer und Vater aller Menschen zu preisen“, so Scherr weiter. Damit sprach er den anwesenden Gläubigen aus dem Herzen.

 

Spontanen Beifall bekam Gastprediger Kaplan Scherr für seine kritische Predigt, in der er die Diskussion und Auswüchse zum Thema „Klimawandel als Pseudoreligion“ zur Sprache brachte. „Es ist den Menschen bei der Erschaffung der Welt eine große Verantwortung mitgegeben worden, derer wir uns oft zu wenig bewusst sind. ‚Bevölkert die Erde und macht sie euch untertan‘, nicht ‚Wildert umher und beutet aus, auch nicht fern der Heimat“. An der Schönheit und Harmonie der Schöpfung sei das Werk Gottes und seine Größe zu erkennen. Gezielter Umweltschutz, Aufforstungsprojekte in Rumänien oder in anderen Teilen der Welt seien auf alle Fälle sinnvoller und auch im Sinne Gottes, wenn es darum geht, die Schöpfung zu bewahren und zu erhalten. „Denn das wollen wir doch alle, dass unsere geliebte Heimat schön und sauber bleibt. Denn der Schöpfergott ist auch Herr über das Klima, nicht das Klima Gott für uns“, endete der Geistliche seine Ausführungen.

 

Beim Schlusssegen, den er in der Kirchensprache Latein erteilte, stellte er die versammelte Gottesdienstgemeinde unter den Segen Gottes. Mit großer Inbrunst stimmten alle Anwesenden in das bekannte Lied „Wenn hoch i drobm am Arber steh ein“ und zeigten so ihre Liebe und Verbundenheit zum Bayerwald-König. Gemäß dem Grundsatz „Nach der Mess die Mass“ nutzen viele das schöne Wetter zu einer ausgiebigen Rast auf dem Gipfel und einem Rundgang, packten ihre mitgebrachte Brotzeit aus oder sprachen dem gastronomischen Angebot der Gastronomie am und um den Berg zu. Die „Tittlinger Tanzbodnmusi“ spielte beim Arberschutzhaus noch zur weiteren Unterhaltung der Gäste auf.

 

 

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